Die aktuelle Debatte um das Urheberrecht gleicht inzwischen einem Religionskrieg. Und wie in jedem Krieg bleibt zuerst die Vernunft auf der Strecke. Unfassbar, wie viel Blödsinn dazu im Netz geschrieben wird – leider auch von Schriftstellern, die es wirklich besser wissen sollten. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, nichts mehr zu dem Thema zu sagen (das habe ich zur Genüge bei Weißes Rauschen und im Montségur Autorenforum getan), aber die Hysterie der letzten Wochen zwingt einen ja geradezu, sich zu positionieren. Was in meinem Fall heißt: zu distanzieren. Von all den offenen Briefen, Aufrufen, Unterschriftenaktionen wie Wir-sind-die-Urheber, die nur noch mehr Öl ins Feuer gießen, obwohl Panikmache und Dämonisieren des Gegners wirklich das Letzte sind, was wir in dieser festgefahrenen Situation brauchen.
Seit etwa 16 Monaten arbeite ich an dem historischen Roman mit dem Arbeitstítel Civitas. Am Freitag ist die erste Fassung fertig geworden. Das Manuskript hat 1220 Normseiten und rund 290.000 Wörter, der Papierausdruck liegt gerade neben meinem Laptop auf dem Schreibtisch: ein Ungetüm, das einschüchternde 13 cm in die Höhe ragt.
Diesen Roman zu schreiben war hart. Aus mehreren Gründen.
Vor einigen Wochen habe ich mit einigen Freunden und Kollegen das Blog Weißes Rauschen ins Leben gerufen. Mit von der Partie sind u.a. Falko Löffler und Matthias Grandis. Mehrmals wöchentlich bloggen wir dort über Politik, Gesellschaftliches, Urheberrecht usw. Schaut mal vorbei - kommentieren und widersprechen ausdrücklich erwünscht!