Freitag, 13. Februar
Nach dem letzten News-Eintrag wurde ich gefragt, was denn Science Fantasy sei.
Nun ist das mit griffigen Definitionen für phantastische Subgenres so eine Sache, und auch die deutsche Wikipedia gibt nicht gerade viel her. Zum Glück aber die englische, wo es heißt: "For many users of the term, however, science fantasy is either a science fiction story that has drifted far enough from reality to 'feel' like a fantasy, or a fantasy story that is attempting to be science fiction."
Eine Science-Fiction-Geschichte also, die weit genug weg von der Realität ist, um sich wie Fantasy "anzufühlen" - oder umgekehrt. Einfacher könnte man auch sagen, dass Science Fantasy Elemente von Science Fiction und Fantasy kombiniert.
Auf Orbis Alia übertragen heißt das: Die Geschichte findet auf einer fiktiven Welt statt, während einer Epoche, die an das frühe 19. Jahrhundert erinnert. Allerdings ist die technische Entwicklung der Orbis-Alia-Welt teilweise schon weiter fortgeschritten; beispielsweise gibt es Luftschiffe, die in der realen Welt erst nach 1900 aufkamen. Dampfmaschinen sind zwar bekannt, konnten sich jedoch nicht gegen eine andere, "phantastische" Form des Antriebs durchsetzen. Magie tritt in der Geschichte in Form von übernatürlichen Geschöpfen, Phänomenen und Fähigkeiten auf, obwohl sie sich stark aus der Welt der Menschen zurückgezogen hat und zu einer Randerscheinung geworden ist.
Während der Arbeit am Konzept habe ich mir übrigens Filme wie From Hell und Vidocq angesehen, die stellenweise eine ähnliche Stimmung transportieren, wie sie mir für die Reihe vorschwebt, obwohl die Handlung in beiden Fällen eine völlig andere ist. An Vidocq beispielsweise gefällt mir dieses "Gewittrige", das den ganzen Film über vorherrscht, und die Darstellung vom Paris der 1830er sowieso. Ob sich davon etwas in den Romanen wiederfinden wird, weiß ich noch nicht. Stimmung lässt sich schlecht vorausplanen und ergibt sich erfahrungsgemäß während des Schreibens. Wie man sich bei diesen Filmbeispielen denken kann, ist die Geschichte eher düster angelegt - so weit das bei einer All-Age-Reihe mit jugendlichen Protagonisten eben möglich ist.

