Montag, 9. Februar
Die ersten gut 40 Seiten von Orbis Alia I sind geschrieben, alle drei Hauptfiguren mindestens einmal aufgetreten, zwei wichtige Schauplätze eingeführt. Zwischen den Zeilen - allerdings sehr gut versteckt, zugegeben - wurde hier schon einmal angedeutet, dass ich mich für einen etwas ungewöhnlichen science-fantasy-Hintergrund entschieden habe. Ich habe schneller hineingefunden als gedacht, was vielleicht ein Zeichen dafür ist, dass ich nach drei Mittelalter-Romanen etwas Abwechslung nötig hatte ...
Ganz ohne Mittelalter geht es derzeit allerdings nicht: Heute habe ich die Arbeit an Orbis Alia unterbrochen, um die redigierte Fassung von Velnias durchzugehen, die am Wochenende per E-Mail kam. Ich habe mich mit Kerstin von Dobschütz, meiner Lektorin, länger am Telefon über den Text unterhalten, und sie teilt meinen Eindruck von dem Roman: Er ist ein gutes Stück düsterer geraten als meine beiden anderen Bücher, enthält aber als Kontrast auch eine ganze Reihe recht "heller" Szenen, was den Roman, glaube ich, stimmungsmäßig sehr abwechslungsreich macht. Außerdem ist er bei aller Action ruhiger als seine Vorgänger, denn ich habe den Figuren und ihren Beziehungen viel Raum gegeben. Was der Geschichte gut getan hat. Eigentlich wollte ich mir schon vor Wochen einen richtigen Titel für das Buch einfallen lassen - wenigstens richtiger als Velnias -, aber das habe ich irgendwie, naja, vergessen. Und der passende Notizzettel dazu ist auch verschwunden - ich habe den Verdacht, dass er der Schreibtisch-Säuberung, von der ich neulich berichtete, zum Opfer gefallen ist. Woran man wieder einmal sieht: Ordnung wird überschätzt, und Aufräumen bringt nichts als Unheil.

